KPI-Dashboard im Mittelstand: Aufbau und Kennzahlen 2026
Ein KPI-Dashboard zeigt der Geschäftsführung auf einer Seite die Kennzahlen, mit denen sie steuert, etwa Umsatz, offene Forderungen, Liquidität und Auftragseingang. Die Zahlen kommen automatisch aus Buchhaltung, CRM und Projektsystem. Wichtiger als viele Grafiken sind wenige Kennzahlen mit klarer Definition, einer verantwortlichen Person und festem Rhythmus.
Inhalt14 Kapitel
„Ein Dashboard hilft nur, wenn es zeigt, wo jemand eingreifen muss. Gut laufende Vorgänge dürfen deshalb in den Hintergrund treten. Sichtbar bleiben die Ausnahmen, die offenen Freigaben und die wenigen Zahlen, mit denen Sie Ihren Betrieb tatsächlich steuern.“
Benjamin Wünsche, CEO & SystemarchitektAus der PraxisWas ist ein KPI-Dashboard?
Ein KPI-Dashboard ist eine Übersicht, die die wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens oder Bereichs auf einer Seite zusammenführt. KPI steht für Key Performance Indicator, auf Deutsch Leistungskennzahl. Gemeint ist eine Zahl mit Zielwert, an der Sie ablesen, ob ein Bereich auf Kurs ist.
Das Dashboard aktualisiert sich selbst, weil es seine Werte aus den Programmen bezieht, in denen gearbeitet wird. Niemand muss dafür Zahlen abtippen oder Tabellen zusammenkopieren. Der Blick darauf dauert Minuten.
Damit unterscheidet es sich vom Monatsbericht und von der betriebswirtschaftlichen Auswertung, kurz BWA, die viele Betriebe vom Steuerberater erhalten. Die BWA blickt auf einen abgeschlossenen Monat zurück. Ein Dashboard zeigt den Stand von heute und macht sichtbar, wo jemand handeln muss.
Welche Kennzahlen gehören auf das Dashboard der Geschäftsführung?
Weniger, als die meisten erwarten. Eine Kennzahl gehört auf das Dashboard, wenn Sie auf ihre Veränderung reagieren können und wollen. Alles andere gehört in einen Bericht, den Sie bei Bedarf öffnen.
Mischen Sie Kennzahlen, die früh warnen, mit solchen, die das Ergebnis zeigen. Der Auftragseingang von heute ist der Umsatz von morgen. Wer nur auf den Umsatz schaut, bemerkt einen Einbruch erst, wenn er sich kaum noch aufhalten lässt.
Für die Auswahl helfen fünf Regeln. Wie das Ergebnis aussehen kann, zeigt danach ein erfundenes Beispiel: die Montagsansicht eines Elektrogroßhändlers, bei der jede Kennzahl eine Schwelle hat, ab der jemand handelt.
- Steuerbar: Sie oder Ihr Team können die Zahl durch eigenes Handeln verändern.
- Mit Zielwert: Ohne Ziel bleibt jede Zahl eine Beobachtung. Erst der Vergleich zeigt, ob gehandelt werden muss.
- Mit Verantwortlichem: Für jede Kennzahl gibt es eine Person, die bei einer Abweichung reagiert.
- Eindeutig definiert: Formel, Datenquelle und Stichtag stehen schriftlich fest.
- Früh und spät gemischt: Kennzahlen, die warnen, stehen neben Kennzahlen, die das Ergebnis zeigen.
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| Kennzahl | Schwelle für eine Handlung | Wer reagiert |
|---|---|---|
| Kontostand | Unter der geplanten Reserve | Geschäftsführung |
| Offene Forderungen | Älter als 30 Tage | Buchhaltung mit Vertrieb |
| Auftragseingang | Vorwoche unter dem Wochenziel | Vertriebsleitung |
| Offene Angebote | Über 10.000 Euro und ohne Rückmeldung | Zuständiger Verkäufer |
| Ausnahmen | Eingangsrechnungen, die nicht automatisch zugeordnet wurden | Verwaltung |
Welche Kennzahlen eignen sich je Bereich?
Die folgende Übersicht zeigt typische Kennzahlen für sechs Bereiche, jeweils mit Datenquelle und sinnvollem Rhythmus. Sie ist eine Auswahl zum Anpassen. Welche Zahlen bei Ihnen zählen, hängt von Geschäftsmodell und Zielen ab.
Im Vertrieb lohnt der Blick auf die Strecke vor dem Auftrag. Angebotsvolumen und Abschlussquote zeigen früh, ob der Auftragseingang der nächsten Wochen trägt. Ein KPI-Dashboard für den Vertrieb zeigt deshalb mehr als den Umsatz.
Bei Personalkennzahlen gilt Zurückhaltung. Zeigen Sie Werte für das ganze Team oder den Betrieb, nicht für einzelne Personen. Warum das auch rechtlich zählt, erklärt das Kapitel zu Mitarbeiterdaten weiter unten.
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| Bereich | Kennzahlen | Datenquelle | Rhythmus |
|---|---|---|---|
| Finanzen | Liquidität, offene Forderungen, Rohertrag | Buchhaltung, Geschäftskonto | Liquidität täglich, Forderungen wöchentlich, Rohertrag monatlich |
| Vertrieb | Angebotsvolumen, Abschlussquote, Auftragseingang | CRM, Angebotsprogramm | Wöchentlich |
| Projekte | Auslastung, Termintreue, Projektmarge | Projektsystem, Zeiterfassung | Termintreue wöchentlich, Auslastung und Marge monatlich |
| Verwaltung | Offene Eingangsrechnungen, Durchlaufzeit, Ausnahmen je Woche | Rechnungseingang, Postfach | Wöchentlich |
| Service | Reaktionszeit, offene Anfragen | Ticketsystem, Postfach | Täglich |
| Personal | Fluktuation, offene Stellen, nur für das ganze Team | Personalverwaltung | Monatlich bis quartalsweise |
Woher kommen die Daten für das Dashboard automatisch?
Aus den Programmen, in denen Ihr Team ohnehin arbeitet. Typische Quellen sind Buchhaltung, CRM, Projektsystem, Excel-Dateien und das Postfach. Das Dashboard holt die Werte dort ab, statt dass jemand sie überträgt.
Dafür gibt es drei Wege. Am saubersten ist eine Schnittstelle, über die ein Programm seine Daten auf Abruf herausgibt. Fehlt sie, hilft ein regelmäßiger Export als Datei. Automationswerkzeuge verbinden Programme, die nicht direkt miteinander sprechen.
Ob eine Schnittstelle bereitsteht, hängt vom Programm und oft vom Tarif ab. Lexware Office etwa bietet seine öffentliche Schnittstelle erst ab der Version XL an, dann ohne Zusatzkosten. CRM-Systeme wie HubSpot oder Pipedrive dokumentieren ihre Schnittstellen öffentlich. Die genannten Programme sind Beispiele, keine Empfehlung.123
Liegen Daten auf einem Server im eigenen Haus, braucht ein Werkzeug aus der Cloud einen Zugang dorthin. Power BI nutzt dafür ein lokales Datengateway, sobald es eine Quelle nicht direkt über das Netz erreicht.4
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| Quelle | Typische Kennzahlen | Anbindung |
|---|---|---|
| Buchhaltung | Liquidität, offene Forderungen, Rohertrag | Schnittstelle je nach Programm und Tarif, bei Lexware Office ab Version XL. Sonst Export |
| CRM | Angebotsvolumen, Abschlussquote, Auftragseingang | Schnittstelle, etwa bei HubSpot oder Pipedrive öffentlich dokumentiert |
| Projektsystem | Auslastung, Termintreue, Projektmarge | Schnittstelle oder regelmäßiger Export |
| Excel, SharePoint | Zielwerte, Planwerte, Sonderlisten | Datei direkt einlesen, dafür braucht sie eine feste Struktur |
| Postfach, Kalender | Eingänge, Reaktionszeit, Termine | Über ein Automationswerkzeug oder die Schnittstelle des Mailsystems |
Warum stimmen die Zahlen im Dashboard oft nicht?
Meist liegt es an der Definition, selten an der Technik. Fragen Sie drei Kollegen nach dem Umsatz des letzten Monats, und Sie bekommen womöglich drei Zahlen: netto, brutto oder nach Zahlungseingang. Jede ist für sich richtig, aber nur eine gehört auf das Dashboard.
Der zweite Grund ist doppelte Pflege. Steht eine Kundenadresse im CRM und in der Buchhaltung, weichen beide Stände irgendwann voneinander ab. Legen Sie deshalb für jede Information fest, wo sie führend gepflegt wird. Alle anderen Programme übernehmen den Wert von dort.
Der dritte Grund sind Stichtage. Die Buchhaltung bucht oft mit Verzögerung, das CRM zeigt den Stand von heute. Vermerken Sie bei jeder Kennzahl, auf welchen Zeitpunkt sie sich bezieht.
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| Kennzahl | Mögliche Formel | Vorher festlegen |
|---|---|---|
| Umsatz | Summe der Ausgangsrechnungen im Zeitraum, netto | Zählt das Rechnungsdatum oder der Zahlungseingang? |
| Offene Forderungen | Summe der fälligen, unbezahlten Ausgangsrechnungen zum Stichtag | Ab Fälligkeit oder ab Rechnungsdatum? Brutto oder netto? |
| Rohertrag | Umsatz minus Material- und Wareneinsatz | Werden Fremdleistungen abgezogen? |
| Abschlussquote | Gewonnene Angebote geteilt durch entschiedene Angebote im Zeitraum | Nach Anzahl oder nach Wert? Zählen zurückgezogene Angebote mit? |
| Auslastung | Verrechenbare Stunden geteilt durch verfügbare Stunden | Gehören Urlaub und Krankheit zur verfügbaren Zeit? |
| Durchlaufzeit | Tage vom Eingang eines Vorgangs bis zu seiner Freigabe | Kalendertage oder Arbeitstage? |
Excel, BI-Werkzeug oder eigenes Dashboard: Was passt?
Für die Umsetzung gibt es drei Wege: eine Excel-Datei, ein BI-Werkzeug oder ein eigenes Dashboard. BI steht für Business Intelligence, also Programme, die Daten aus vielen Quellen auswerten und darstellen. Welcher Weg passt, hängt von der Zahl der Quellen und Leser ab und davon, ob es nur um Zahlen geht.
Power BI von Microsoft dient im Vergleich als Beispiel für ein BI-Werkzeug, weil Microsoft Preise und Lizenzregeln öffentlich ausweist. Andere Anbieter arbeiten mit ähnlichen Modellen. Eine Empfehlung ist damit nicht verbunden.5
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| Kriterium | Excel | BI-Werkzeug, z. B. Power BI | Eigenes Dashboard |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Sofort, meist schon vorhanden | Kostenloses Konto für den Anfang, der Aufbau braucht Datenwissen | Nach Klärung der Abläufe und Datenquellen |
| Kosten | Vorhandene Lizenz | Pro 12,10 €, Premium-Einzelbenutzerlizenz 20,80 € je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zzgl. MwSt. Pro ist in Microsoft 365 E5 und Office 365 E5 enthalten | Aufbau und Betrieb nach Umfang |
| Teilen | Datei verschicken oder gemeinsam bearbeiten | Pro- oder Premium-Einzelbenutzerlizenz für Ersteller und Empfänger, außer bei Inhalten in Premium-Kapazität oder Fabric-Kapazität ab F64 | Ansichten je Rolle |
| Aktualisierung | Meist von Hand | Nach Zeitplan, bis zu 8-mal täglich mit Pro, bis zu 48-mal mit Premium-Einzelbenutzerlizenz oder Kapazität | Automatisch, je nach Anbindung |
| Datenquellen | Wenige, oft hineinkopiert | Lokale und Cloud-Daten, lokale Quellen über ein Datengateway | Programme mit Schnittstelle, dazu Aufgaben und Freigaben |
| Grenzen | Versionen, Formelfehler, eine pflegende Person | Zeigt Zahlen, gearbeitet wird weiter in den einzelnen Programmen | Höherer Aufbauaufwand, lohnt erst bei mehreren Quellen und Rollen |
| Passt für | Einstieg, wenige Quellen, monatlicher Blick | Mehrere Quellen und Leser, Schwerpunkt Auswertung | Kennzahlen zusammen mit Aufgaben, Freigaben und Ausnahmen |
Wann reicht Excel für ein KPI-Dashboard?
Für den Einstieg reicht Excel oft. Kommen wenige Quellen einmal im Monat zusammen und pflegt eine Person die Datei, ist ein Tabellenblatt mit Zielwerten und Ampelfarben ein guter Anfang. Ihr Team kennt das Programm vermutlich schon.
Die Grenzen zeigen sich mit dem Wachstum. Kopierte Werte veralten, Versionen vermehren sich im Postfach, und Formeln versteht nach einem Jahr niemand mehr. Fällt die pflegende Person aus, bleibt das Dashboard stehen.
Ein guter Zeitpunkt für den Wechsel ist erreicht, wenn das Zusammentragen länger dauert als das Lesen. Spätestens dann lohnt es sich, die Quellen direkt anzubinden.
Was leistet ein BI-Werkzeug wie Power BI?
Ein BI-Werkzeug verbindet sich mit vielen Quellen, aktualisiert die Werte nach Zeitplan und gibt Ansichten an Kollegen frei. Ein Dashboard in Power BI ist eine einzelne Seite aus Kacheln. Jede Kachel stammt aus einem Bericht, ein Klick darauf führt zu den Details.6
Dashboards gibt es dabei nur im Onlinedienst von Power BI, nicht in der Desktop-Anwendung. Wer sie in gemeinsamen Arbeitsbereichen erstellen oder teilen will, braucht eine kostenpflichtige Lizenz. Das gilt in der Regel auch für die Empfänger, außer die Inhalte liegen in einer größeren Premium- oder Fabric-Kapazität.67
Für die Kosten zählen deshalb alle, die das Dashboard lesen sollen, nicht allein die Person, die es baut. Die Listenpreise stehen im Vergleich oben.5
Der Aufbau braucht Datenwissen. Jemand muss Quellen verbinden, Kennzahlen als Formeln anlegen und das Modell anpassen, wenn sich ein Programm ändert. Ohne diese Person bleibt auch ein gutes Werkzeug leer.
Wann lohnt sich ein eigenes Unternehmens-Dashboard?
Wenn Kennzahlen allein nicht reichen. Ein eigenes Dashboard kann neben den Zahlen auch Aufgaben, Freigaben und Termine eines Bereichs zeigen. Von dort springen Sie direkt in das Programm, in dem gearbeitet wird.
Gut laufende Vorgänge treten dabei in den Hintergrund. Sichtbar bleibt, was Aufmerksamkeit braucht: die überfällige Rechnung, das Angebot ohne Antwort, die Freigabe, die seit Tagen wartet. Aus dem Bericht wird so eine Arbeitsliste.
Ein eigenes Dashboard lohnt sich vor allem, wenn mehrere Rollen unterschiedliche Ansichten brauchen und die Daten aus vielen Programmen kommen. Für einen monatlichen Blick auf fünf Zahlen wäre es zu groß.
Wie erstellen Sie ein KPI-Dashboard in sechs Schritten?
Die Reihenfolge verhindert, dass Sie Grafiken bauen, bevor klar ist, was sie zeigen sollen. In jedem Schritt bereitet das System vor, und ein Mensch entscheidet.
Ziele festlegen
- Das System bereitet vor
- Zeigt die Zahlen, die in den angebundenen Programmen schon vorhanden sind.
- Der Mensch entscheidet
- Legt die wenigen Ziele fest, die das Jahr bestimmen, und leitet ab, was gemessen werden soll.
Kennzahlen definieren
- Das System bereitet vor
- Schlägt je Ziel mögliche Kennzahlen mit Formel vor.
- Der Mensch entscheidet
- Wählt aus, schreibt die Definition fest und benennt eine verantwortliche Person.
Datenquellen anbinden
- Das System bereitet vor
- Holt die Werte über Schnittstelle oder Export und meldet Lücken.
- Der Mensch entscheidet
- Entscheidet, welche Quelle bei Widersprüchen führt.
Mit echten Daten testen
- Das System bereitet vor
- Baut eine erste Ansicht mit echten Zahlen.
- Der Mensch entscheidet
- Gleicht die Werte mit bekannten Zahlen ab, etwa mit der BWA, und klärt Abweichungen.
Rhythmus festlegen
- Das System bereitet vor
- Aktualisiert automatisch und erinnert an den vereinbarten Termin.
- Der Mensch entscheidet
- Schaut zum festen Termin hin und leitet Maßnahmen ab.
Nach drei Monaten nachschärfen
- Das System bereitet vor
- Stellt Zielwerte und tatsächliche Werte der ersten Monate gegenüber.
- Der Mensch entscheidet
- Streicht Kennzahlen, auf die niemand reagiert hat, ergänzt fehlende und passt Zielwerte an.
Wie oft sollte ein KPI-Dashboard aktualisiert werden?
So oft, wie Sie auf die Kennzahl reagieren können. Den Kontostand täglich zu sehen hilft, weil Sie Zahlungen sofort steuern können. Bei der Projektmarge bringt der tägliche Blick wenig, weil sie sich erst über Wochen verändert.
Wichtiger als die Technik ist ein fester Termin, an dem jemand hinschaut. Ein Dashboard, das sich stündlich aktualisiert, aber nur einmal im Quartal geöffnet wird, steuert nichts. Legen Sie deshalb fest, wer wann auf welche Zahlen schaut.
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| Rhythmus | Kennzahlen | Wer schaut hin |
|---|---|---|
| Täglich | Kontostand, offene Freigaben, dringende Ausnahmen | Geschäftsführung oder Verwaltung |
| Wöchentlich | Auftragseingang, offene Angebote, offene Forderungen, Ausnahmen der Woche | Geschäftsführung mit Vertrieb und Buchhaltung |
| Monatlich | Rohertrag, Projektmarge, Auslastung | Geschäftsführung mit den Bereichsverantwortlichen |
| Quartalsweise | Zielwerte und Auswahl der Kennzahlen | Geschäftsführung und alle Verantwortlichen |
Welche Fehler machen ein KPI-Dashboard nutzlos?
Der häufigste Grund liegt nicht in der Technik, sondern darin, dass niemand mit den Zahlen arbeitet. Fünf Fehler führen typischerweise dorthin.
- Zu viele Kennzahlen: Wer alles zeigt, verliert das Wichtige aus dem Blick. Wenige Kennzahlen bekommen mehr Aufmerksamkeit.
- Keine Zielwerte: Eine Zahl ohne Ziel lässt sich nicht bewerten. Erst die Abweichung löst eine Handlung aus.
- Niemand verantwortlich: Steht kein Name neben der Kennzahl, fühlt sich bei einer Abweichung niemand zuständig.
- Schönwetterkennzahlen: Zahlen, die immer gut aussehen, beruhigen, steuern aber nichts. Fragen Sie bei jeder Kennzahl, welche Handlung eine Verschlechterung auslösen würde.
- Manuelle Pflege: Wer Zahlen abtippen muss, aktualisiert sie irgendwann seltener. Dann zeigt das Dashboard den Stand von vorgestern.
Was gilt, wenn Mitarbeiterdaten im Dashboard stehen?
Sobald ein Dashboard Werte je Person zeigt, etwa Umsatz je Verkäufer oder Bearbeitungszeit je Sachbearbeiterin, macht es Leistung sichtbar. Gibt es einen Betriebsrat, kommt dann § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG ins Spiel. Danach hat er ein Mitbestimmungsrecht bei technischen Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Beschäftigten zu überwachen.8
Was „bestimmt“ heißt, hat das Bundesarbeitsgericht geklärt: Es genügt, dass die Einrichtung objektiv geeignet ist, Verhaltens- oder Leistungsdaten zu erheben und aufzuzeichnen. Auf Ihre Absicht kommt es nicht an. Ein Dashboard mit Werten je Person kann deshalb darunterfallen, auch wenn es nur zur Steuerung gedacht ist.9
Unabhängig vom Betriebsrat verlangt die DSGVO Datenminimierung. Personenbezogene Daten müssen auf das Maß beschränkt sein, das der Zweck erfordert. Zeigen Sie deshalb lieber Werte für das Team als für einzelne Personen, und klären Sie Personenwerte vorher mit Betriebsrat und Datenschutz.10
Wie bauen wir bei AK ein Unternehmens-Dashboard?
Bei AK arbeiten wir nach dem Prinzip AI First: Wiederkehrendes untersuchen wir zuerst darauf, ob die Technik es sicher übernehmen kann. Der Mensch bleibt dort, wo Urteil, Verantwortung oder eine Freigabe nötig sind. Für ein Dashboard heißt das: Erst messen wir, wo Zeit gebunden ist und welche Zahlen fehlen, dann bauen wir.
Ein Unternehmens-Dashboard bündelt bei uns Aufgaben, Freigaben, Termine und Kennzahlen je Rolle. Es führt direkt in die vorhandenen Programme, statt sie zu ersetzen. Es ist eine Option, kein Pflichtteil jedes Projekts.
Wie klein das ausfallen kann, zeigt WDVS-Direkt. Dort haben wir die Abläufe im Rechnungswesen individuell gebaut und in die vorhandene Umgebung integriert, ein kleines ergänzendes Dashboard genügte. Wöchentliche Kontrollen, Ausnahmen und Freigaben bleiben beim Menschen.
Am Anfang steht die Frage, wo in Ihrem Betrieb heute Zahlen von Hand zusammengetragen werden. Das Zeitfresser-Profil gibt eine erste Einordnung. Im Erstgespräch besprechen wir, ob ein Dashboard für Sie der richtige nächste Schritt ist.
Quellen und Stand
Stand: 4. Oktober 2026. Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung zum Aufbau von Kennzahlen-Dashboards. Das Kapitel zu Mitarbeiterdaten ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Preise und Lizenzregeln stammen von den Seiten der Anbieter und ändern sich häufig, wir aktualisieren sie vierteljährlich.
- 1Lexware Office: Public API (neuer Tab)
Verfügbar ab Lexware Office Version XL, ohne zusätzliche Kosten. Umfasst unter anderem Angebote, Auftragsbestätigungen, Rechnungen, Kontakte und Belege sowie Webhooks. Abgerufen am 04.10.2026.
- 2HubSpot Developers: API-Referenz (neuer Tab)
Öffentliche Referenz der HubSpot-Schnittstellen in der Version 2026-09, unter anderem für Kontakte im CRM. Abgerufen am 04.10.2026.
- 3Pipedrive: API-Referenz (neuer Tab)
Öffentlich dokumentierte REST-Schnittstelle, unter anderem für Deals, Personen, Organisationen und Aktivitäten. Abgerufen am 04.10.2026.
- 4Microsoft Learn Aktualisierung: Aktualisieren von Daten in Power BI (neuer Tab)
In freigegebener Kapazität bis zu acht geplante Aktualisierungen pro Tag, in Premium-, PPU- oder Fabric-Kapazität bis zu 48. Für Quellen ohne direkte Netzwerkverbindung ist ein Datengateway nötig. Stand 18.09.2026, abgerufen am 04.10.2026.
- 5Microsoft Power BI: Preise (neuer Tab)
Kostenloses Konto. Power BI Pro 12,10 € und Premium-Einzelbenutzerlizenz 20,80 € pro Benutzer und Monat, jährliche Abrechnung, Preise zuzüglich MwSt. Pro enthalten in Microsoft 365 E5 und Office 365 E5. Abgerufen am 04.10.2026.
- 6Microsoft Learn Dashboards: Einführung in Dashboards für Power BI-Designer (neuer Tab)
Ein Dashboard ist eine einzelne Seite mit Kacheln aus Berichten, nur im Power BI-Dienst und nicht in Power BI Desktop. Zum Erstellen in Arbeitsbereichen ist eine Pro- oder Premium-Einzelbenutzerlizenz nötig. Stand 01.12.2025, abgerufen am 04.10.2026.
- 7Microsoft Learn Freigabe: Freigeben und Zusammenarbeiten an Power BI-Berichten und Dashboards (neuer Tab)
Zum Freigeben braucht es eine Pro- oder PPU-Lizenz, Empfänger ebenso, außer bei Inhalten in Premium- oder Fabric-Kapazität. Nutzer mit kostenloser Lizenz nur bei P-SKUs oder F-SKUs ab F64. Stand 21.04.2026, abgerufen am 04.10.2026.
- 8§ 87 BetrVG: Mitbestimmungsrechte (neuer Tab)
Absatz 1 Nummer 6: Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Abgerufen am 04.10.2026.
- 9BAG, Beschluss vom 13.12.2016: 1 ABR 7/15 (neuer Tab)
Zur Überwachung bestimmt sind technische Einrichtungen, die objektiv geeignet sind, Verhaltens- oder Leistungsinformationen zu erheben und aufzuzeichnen. Auf die Überwachungsabsicht des Arbeitgebers kommt es nicht an. Abgerufen am 04.10.2026.
- 10DSGVO: Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe c (neuer Tab)
Grundsatz der Datenminimierung: Personenbezogene Daten müssen dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das notwendige Maß beschränkt sein. Abgerufen am 04.10.2026.