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KI im Vertrieb 2026: Wo sie im B2B wirklich hilft

KI im Vertrieb übernimmt heute vor allem Vorarbeit. Sie sucht passende Zielkunden, erkennt Gesprächsanlässe, entwirft persönliche Nachrichten und hält das CRM nach jedem Termin aktuell. Das Gespräch, das Urteil über den Kunden und die Freigabe bleiben beim Menschen. So gewinnt Ihr Vertrieb Zeit für Erstgespräche, ohne dass die Ansprache beliebig wird.

Drei Symbole für Recherche, Anlass und Entwurf führen zu einem hervorgehobenen Gesprächssymbol, daneben eine Kundenkartei.
Abbildung 1Das System bereitet vor, das Gespräch führt ein Mensch. Schematische Darstellung.
Inhalt15 Kapitel

„Ich würde KI im Vertrieb zuerst dort einsetzen, wo heute Recherche und Nacharbeit liegen bleiben. Ein System kann passende Firmen sortieren, Anlässe sammeln und Entwürfe vorbereiten. Jede Nachricht gibt ein Mensch frei, bis der Ablauf seine Zuverlässigkeit gezeigt hat, und das Gespräch führt immer der Vertrieb.“

Benjamin Wünsche, CEO & SystemarchitektAus der Praxis

Was kann KI im Vertrieb heute übernehmen?

KI im Vertrieb übernimmt vor allem Arbeit, die vor und nach dem Gespräch liegt. Beispiele sind die Suche nach passenden Firmen, Entwürfe für Nachrichten, Kurzdossiers vor Terminen und die Pflege des CRM. Die Tabelle zeigt für acht typische Aufgaben, was ein System vorbereitet und wo Sie entscheiden.

Dahinter steht ein einfacher Grundsatz: Das System bereitet vor, der Mensch entscheidet. Je besser sich ein Schritt bewährt, desto mehr darf er allein laufen. Wo Beziehung, Urteil oder Verantwortung zählen, bleibt der Mensch am Zug.

Tabelle 1Vertriebsaufgaben: was ein System vorbereitet und was beim Menschen bleibt

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AufgabeDas System bereitet vorDer Mensch entscheidet
ZielkundenSucht Firmen nach Ihrem Zielkundenprofil und ordnet sie nach PassungLegt das Profil fest und sieht sich Stichproben an
AnlassSammelt öffentliche Hinweise mit Quelle und DatumBewertet, ob der Anlass zum Angebot passt
NachrichtSchreibt einen Entwurf mit Bezug auf Anlass und AngebotKontrolliert Fakten, Ton und Kanal und gibt frei
VorbereitungFasst Verlauf, Firmenmeldungen und offene Punkte zu einem Kurzdossier zusammenSetzt Ziel und Fragen für das Gespräch
NachbereitungErstellt aus Notizen eine Zusammenfassung mit Absprachen und nächsten SchrittenKorrigiert und bestätigt die Absprachen
CRM-PflegeOrdnet E-Mails und Termine dem Kontakt zu und markiert DublettenKlärt Zweifelsfälle und Zuständigkeiten
AngebotErstellt einen Entwurf aus Gesprächsnotizen und LeistungsbeschreibungenLegt Preis, Umfang und Zusagen fest
NachfassenErinnert an offene Angebote und schlägt einen Anlass für die Rückfrage vorEntscheidet, ob und wie nachgefasst wird

Siehe auch

Welche Wege zu passenden Gesprächen es gibtAngebote schneller erstellenEin Angebot passend nachfassen

Wie verbreitet ist KI in deutschen Unternehmen?

Gut ein Viertel der Unternehmen in Deutschland setzt KI ein. Bei kleinen Betrieben ist es knapp ein Viertel, bei großen mehr als die Hälfte. Wer heute anfängt, ist also weder spät dran noch allein.1

Für den Vertrieb ist eine Angabe aus dem Vorjahr aufschlussreich. Unter den Unternehmen mit KI war Marketing oder Vertrieb 2024 der häufigste Einsatzzweck. Seit dem Berichtsjahr 2025 zählt das Statistische Bundesamt nach dem EU-Unternehmensbegriff, vorher nach rechtlichen Einheiten. Vergleichen Sie die Jahre deshalb nur vorsichtig.12

Private Umfragen kommen auf höhere Werte, weil sie anders abgrenzen. Der Digitalverband Bitkom befragt zum Beispiel nur Unternehmen ab 20 Beschäftigten. Die Zeitangabe von Salesforce stammt aus einer Herstellerstudie und beruht auf Selbstauskunft. Sie zeigt eine Richtung, keinen Messwert.45

Tabelle 2KI in Unternehmen: amtliche und weitere Zahlen

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QuelleWertAbgrenzung
Destatis 202526 % der Unternehmen nutzen KI. Nach Größe: 23 % (10 bis 49 Beschäftigte), 36 % (50 bis 249), 57 % (ab 250)Unternehmen ab 10 Beschäftigten nach dem EU-Unternehmensbegriff
Destatis 202420 % nutzen KI (2023: 12 %). Davon setzen 33 % sie vorrangig für Marketing oder Vertrieb einRechtliche Einheiten ab 10 Beschäftigten. Die 33 % beziehen sich auf Unternehmen mit KI
Eurostat 202520,0 % der Unternehmen in der EU nutzen KI (2024: 13,5 %)Unternehmen ab 10 Beschäftigten
Bitkom 202657 % nutzen KI (2025: 36 %)Telefonische Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten
Salesforce 2026Vertriebsbeschäftigte verbringen im Schnitt 40 % ihrer Zeit mit VerkaufenHerstellerstudie, Selbstauskunft von 4.050 Befragten in 22 Ländern

Quellen zur Tabelle12345

Siehe auch

Wo KI im ganzen Betrieb Zeit spart

Wie findet KI passende Zielkunden?

Am Anfang steht Ihr Zielkundenprofil: Branche, Größe, Region und die Aufgabe, die Ihr Angebot löst. Daran misst das System jede Firma, die es findet. Ohne dieses Profil sortiert es fleißig, aber nach den falschen Kriterien.

Das System durchsucht öffentliche Quellen wie Firmenwebsites, Register und Stellenanzeigen und ordnet die Treffer nach Passung. Sehen Sie sich eine Stichprobe selbst an, bevor Sie der Liste trauen. Passen viele Treffer nicht, schärfen Sie zuerst das Profil.

Auch Vertriebsplattformen bringen solche Funktionen mit. Der LinkedIn Sales Navigator zeigt mit Account IQ KI-gestützte Einblicke zu Zielunternehmen, laut LinkedIn in allen Abos. Administratoren können die Funktion für alle Nutzer abschalten.67

Siehe auch

So erstellen Sie ein Zielkundenprofil

Woran erkennt KI einen Gesprächsanlass?

Ein Anlass ist ein öffentlich sichtbares Ereignis, das zu Ihrem Angebot passt. Typische Relevanzsignale sind Stellenanzeigen, ein neuer Standort, ein Fachbeitrag der Geschäftsführung oder eine Reaktion auf Ihre eigenen Inhalte. KI findet solche Hinweise deutlich schneller als eine Recherche von Hand.

Ein gutes System sammelt den Hinweis mit Quelle und Datum. Einen Bedarf leitet es daraus nicht ab. Ob die neue Stelle im Einkauf wirklich zu Ihrem Angebot führt, bewertet ein Mensch.

Der Anlass klärt außerdem nicht, welcher Kontaktweg erlaubt ist. Für Brief, Anruf und E-Mail gelten eigene Voraussetzungen. Welche das sind, erklärt unser Beitrag zur Kaltakquise.13

Siehe auch

Reicht eine Stellenanzeige als Anlass?

Wie bereitet KI persönliche Nachrichten vor?

Für einen Entwurf braucht das System drei Dinge: das Zielkundenprofil, den konkreten Anlass und eine klare Beschreibung Ihres Angebots. Daraus entsteht schnell ein Text, der auf die Firma eingeht. Bis hierhin spart KI echte Schreibzeit.

Die Gefahr liegt im Detail. Sprachmodelle können Lücken mit plausiblen Annahmen füllen und sie wie Tatsachen formulieren. Deshalb kontrolliert ein Mensch vor dem Versand drei Punkte: Stimmen die Fakten, passt der Ton, und trägt der Kanal?

Das fiktive Beispiel zeigt, was eine Freigabe verändert. Ein Anbieter für Wartungsplanung liest, dass ein Metallbaubetrieb eine zweite Halle eröffnet hat. Der Entwurf unterstellt einen Wartungsstau, den niemand belegt hat. Die freigegebene Fassung macht daraus eine Frage und geht als Brief an die Geschäftsführung.

Tabelle 3Fiktives Beispiel: Entwurf des Systems und freigegebene Fassung

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TeilEntwurf des SystemsNach der Freigabe
AnlassSie haben im September eine zweite Fertigungshalle eröffnet.Bleibt. Die Quelle ist im Entwurf vermerkt: eine Meldung auf der Website des Betriebs.
EinstiegMit der neuen Halle wächst sicher auch Ihr Wartungsstau.Gestrichen. Für einen Wartungsstau gibt es keinen Hinweis.
Bezug zum AngebotUnsere Software beseitigt jeden Wartungsstau in vier Wochen.Wir planen Wartung für Betriebe mit mehreren Standorten, damit Prüftermine nicht an einzelnen Personen hängen.
FrageWann passt Ihnen diese Woche ein Termin?Wie planen Sie die Wartung, seit die zweite Halle dazugekommen ist?
KontaktwegE-Mail an die Adresse aus dem ImpressumBrief an die Geschäftsführung, weil keine Einwilligung in Werbe-E-Mails vorliegt

Wie hilft KI vor und nach dem Kundengespräch?

Vor dem Termin fasst ein System zusammen, was über Firma und Ansprechpartner bekannt ist: bisherige Kontakte, öffentliche Meldungen, offene Angebote. Ihr Außendienst liest dieses Kurzdossier vor dem Termin, statt selbst zu suchen.

Nach dem Gespräch schreibt KI aus Notizen oder einer Mitschrift eine Zusammenfassung mit Absprachen und nächsten Schritten. Die nächste Aufgabe landet direkt im CRM. Im Vertriebsinnendienst funktioniert das genauso für Telefonate und Videotermine.

Für Aufnahmen gilt eine klare Grenze. Wer das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufnimmt, macht sich nach § 201 StGB strafbar. Holen Sie deshalb vor jeder Aufnahme die Zustimmung aller Beteiligten ein, auch wenn nur eine KI sie auswertet.17

Wie hält KI das CRM aktuell?

Ein CRM ist nur so gut wie seine Einträge. KI ordnet E-Mails, Termine und Notizen dem richtigen Kontakt zu, markiert doppelte Datensätze und schlägt fehlende Angaben vor. So entsteht ein gemeinsames Kontaktgedächtnis, auf das alle im Vertrieb zugreifen.

Viele CRM-Systeme bringen solche Funktionen inzwischen mit. HubSpot beschreibt seinen Breeze-Assistenten so, dass er Inhalte auf Basis Ihrer CRM-Daten erstellt. Pipedrive nennt einen KI-Assistenten, der E-Mail-Verläufe zusammenfasst und die Gewinnwahrscheinlichkeit eines Auftrags einschätzt.810

Bevor Sie KI einschalten, räumen Sie auf. Legen Sie Pflichtfelder fest und bereinigen Sie Dubletten. Sonst baut das System auf alten Fehlern auf.

Siehe auch

Ein CRM auswählen und einführen

Wie läuft KI im B2B-Vertrieb vom Zielkunden bis zum Erstgespräch?

Im B2B-Vertrieb greifen die einzelnen Aufgaben ineinander. Die sechs Schritte zeigen einen möglichen Ablauf, in dem KI jeden Schritt vorbereitet und ein Mensch an festen Stellen entscheidet. Welche Schritte bei Ihnen sinnvoll sind, hängt von Angebot, Zielgruppe und vorhandenen Systemen ab.

  1. Zielkunden auswählen

    Das System bereitet vor
    Sucht Firmen nach dem Zielkundenprofil und ordnet sie nach Passung.
    Der Mensch entscheidet
    Legt das Profil fest und sieht sich eine Stichprobe an.
  2. Anlass recherchieren

    Das System bereitet vor
    Sammelt öffentliche Hinweise wie Stellenanzeigen, Standorte oder Beiträge und nennt die Quelle.
    Der Mensch entscheidet
    Bewertet, ob der Anlass wirklich zum Angebot passt.
  3. Kontaktweg klären

    Das System bereitet vor
    Zeigt bisherigen Verlauf, vorhandene Zustimmungen und Widersprüche aus dem CRM.
    Der Mensch entscheidet
    Wählt den Weg, der rechtlich und inhaltlich trägt.
  4. Nachricht entwerfen

    Das System bereitet vor
    Schreibt einen Entwurf mit Bezug auf Anlass und Angebot.
    Der Mensch entscheidet
    Kontrolliert Fakten und Ton, gibt frei oder verwirft.
  5. Reaktionen auswerten

    Das System bereitet vor
    Ordnet Antworten und Rückfragen dem Kontakt zu und stoppt die Folge bei einer Antwort.
    Der Mensch entscheidet
    Übernimmt jede Antwort persönlich.
  6. Gespräch übergeben

    Das System bereitet vor
    Erstellt eine Aufgabe mit Verlauf, Anlass und möglichem Gesprächseinstieg.
    Der Mensch entscheidet
    Führt das Gespräch und legt den nächsten Schritt fest.

Wann darf ein KI-Schritt ohne Freigabe laufen?

Erst wenn er gezeigt hat, dass er zuverlässig arbeitet. Bei AK nutzen wir dafür eine feste Orientierung. Ein Schritt läuft zunächst mit menschlicher Freigabe, und jede Freigabe zählt als Prüffall. Stimmen Menge, Quote und Serie, darf er in die nächste Stufe der Selbstständigkeit wechseln.

Passiert danach ein relevanter Fehler, wird der Schritt zurückgestuft. Kategorien, die nie automatisch laufen, legen Sie mit uns gemeinsam fest. Im Vertrieb können das zum Beispiel Preise, Zusagen zu Lieferzeiten oder Antworten auf Beschwerden sein.

Die Werte sind eine Orientierung, keine Garantie. Je nach Risiko und System kann die Regel strenger ausfallen.

Tabelle 4Freigaberegel bei AK: Orientierungswerte für Schritte, die allein laufen sollen
RegelOrientierungswert
PrüfmengeInsgesamt 100 Fälle mit menschlicher Freigabe
QuoteMindestens 80 davon korrekt
SerieDie letzten 20 Fälle am Stück korrekt
Nach FehlerIm Regelfall drei menschliche Freigaben, bevor der Schritt wieder allein läuft
Kritische KategorienLaufen nie automatisch. Der Status endet erst, wenn er bewusst aberkannt wird

Welche KI-Tools gibt es im Vertrieb?

Die Werkzeuge lassen sich in vier Gruppen ordnen. Sprachmodelle wie ChatGPT oder Claude helfen bei Recherche, Entwürfen und Zusammenfassungen. CRM-Systeme und LinkedIn bringen eigene KI-Funktionen mit, und Automationsplattformen verbinden die Programme miteinander.68

Einige Anbieter gehen weiter. Der Prospecting Agent von HubSpot soll laut Hersteller Kaufsignale überwachen und automatisch personalisierte Kontaktaufnahmen starten. Ein Agent von Salesforce beantwortet laut Salesforce Fragen von Interessenten, entkräftet Einwände und plant Termine. Für solche Agenten zählen die Freigaberegel und die Rechtsfragen aus diesem Beitrag besonders.89

Alle Namen sind Beispiele und keine Empfehlung. Welches Werkzeug passt, hängt vor allem von Ihrem CRM und Ihren Daten ab. Für Kundendaten kommen nur geschäftliche Zugänge mit Auftragsverarbeitungsvertrag infrage.14

Tabelle 5KI-Werkzeuge im Vertrieb nach Gruppe (Herstellerangaben, Stand Oktober 2026)

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GruppeBeispieleWofürKosten
SprachmodelleChatGPT Business, Claude TeamRecherche, Entwürfe, ZusammenfassungenChatGPT Business 21 € bei jährlicher, 26 € bei monatlicher Zahlung. Claude Team 20 US-$ oder 25 US-$. Jeweils pro Nutzer und Monat
KI im CRMHubSpot Breeze, Salesforce Agentforce, PipedriveEntwürfe, Zusammenfassungen, Prognosen, KaufsignaleJe nach CRM-Tarif
LinkedInSales Navigator mit Account IQ und Message AssistEinblicke zu Zielunternehmen, Hilfe beim Formulieren von NachrichtenAccount IQ laut LinkedIn in allen Sales-Navigator-Abos enthalten
Automationn8n, Make, ZapierDaten zwischen CRM, Postfach und Kalender übertragenJe nach Tarif oder Betrieb auf eigenem Server

Quellen zur Tabelle6789101112

Siehe auch

Was der Social Selling Index auf LinkedIn aussagt

Was gilt rechtlich, wenn KI im Vertrieb mitarbeitet?

Für die Ansprache selbst ändert KI nichts. § 7 UWG fragt nicht, ob ein Mensch oder ein System die Nachricht geschrieben hat. Werbe-E-Mails brauchen weiter eine vorherige ausdrückliche Einwilligung oder die Bestandskundenausnahme, und für Anrufe gelten eigene Voraussetzungen.13

Beim Datenschutz kommen zwei Punkte hinzu. Reichert ein System Kontaktdaten aus anderen Quellen an, informieren Sie die Personen nach Art. 14 DSGVO, auch über die Herkunft der Daten. Fällt eine Entscheidung mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung ausschließlich automatisiert, greift Art. 22 DSGVO.14

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des AI Act. Ein KI-System, das selbst mit Menschen kommuniziert, etwa ein Chat auf Ihrer Website, muss erkennen lassen, dass es eine KI ist, außer das ist offensichtlich. Eine Nachricht, die ein Mensch geprüft und selbst verschickt hat, erfasst Art. 50 nach seinem Wortlaut nicht.1516

Zwei weitere Pflichten betreffen Ihr Team. Art. 4 AI Act verlangt Maßnahmen, die die KI-Kompetenz der Beschäftigten fördern. Kundendaten gehören außerdem nur in KI-Werkzeuge mit passendem Vertrag.1416

Tabelle 6Rechtliche Fragen beim KI-Einsatz im Vertrieb (Stand Oktober 2026)
FrageWas gilt
Kontaktweg§ 7 UWG gilt wie ohne KI. Werbe-E-Mails brauchen eine vorherige ausdrückliche Einwilligung oder die Bestandskundenausnahme, Werbeanrufe bei Unternehmen zumindest eine mutmaßliche Einwilligung
DatenherkunftArt. 14 DSGVO: bei Daten aus anderen Quellen informieren, auch über die Quelle. Innerhalb angemessener Frist, längstens nach einem Monat, bei einer Kontaktaufnahme spätestens mit der ersten Mitteilung
Automatische EntscheidungArt. 22 DSGVO: Recht, keiner ausschließlich automatisierten Entscheidung mit rechtlicher oder ähnlich erheblicher Wirkung unterworfen zu werden, außer in den gesetzlichen Ausnahmen
Chat mit KundenArt. 50 Abs. 1 AI Act, seit 2. August 2026: Menschen erfahren spätestens bei der ersten Interaktion, dass sie mit einem KI-System sprechen. Die Pflicht trifft den Anbieter des Systems
Gesprächsaufnahme§ 201 StGB: Das unbefugte Aufnehmen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes ist strafbar. Zustimmung aller Beteiligten einholen
KI-KompetenzArt. 4 AI Act in der Fassung seit 27. Juli 2026: Maßnahmen, die die KI-Kompetenz der Beschäftigten fördern
Daten im WerkzeugArt. 28 DSGVO: Für personenbezogene Daten braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter

Quellen zur Tabelle1314151617

Siehe auch

Was für Telefon, E-Mail und LinkedIn giltKundendaten in ChatGPT und Claude: was gilt

Wo scheitert KI im Vertrieb?

Viele Fehler entstehen vor und nach dem eigentlichen Entwurf: in den Daten, im Profil und bei der Übergabe. Die Tabelle zeigt sechs typische Fehler und was dagegen hilft.

Am teuersten ist der Verlust von Vertrauen. Eine Nachricht mit einer falschen Tatsache wirkt beim Empfänger wie Massenware, auch wenn sie persönlich gemeint war. Diesen Eindruck korrigiert kaum eine zweite Nachricht.

Tabelle 7Wo KI im Vertrieb scheitert und was dagegen hilft

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FehlerFolgeGegenmittel
Erfundene FaktenDie Nachricht behauptet etwas, das nicht stimmt, und der Empfänger merkt es sofortJede Tatsache im Entwurf braucht eine Quelle, sonst wird sie zur Frage
Masse mit VornamenPersönlich ist nur die Anrede, der Rest ist austauschbarEin echter Anlass je Kontakt oder kein Versand
Schlechte DatenFalsche Ansprechpartner, doppelte Kontakte, veraltete FirmenangabenPflichtfelder festlegen, Dubletten bereinigen, Stichproben ansehen
Kein ZielkundenprofilDas System findet viele Firmen, aber die falschenErst das Profil schreiben, dann suchen lassen
Keine ÜbergabeAntworten bleiben liegen oder die Folge läuft trotz Antwort weiterJede Antwort stoppt die Folge und landet bei einem Menschen
Antworten ohne GrenzenEin Chat sagt Preise oder Termine zu, die niemand freigegeben hatThemen festlegen, bei denen das System an einen Menschen übergibt

Ersetzt KI Ihre Vertriebsmitarbeiter?

Nein. KI übernimmt Recherche, Entwürfe und Dokumentation. Vertrauen aufbauen, einen Kunden einschätzen, verhandeln und für Zusagen geradestehen bleibt Aufgabe von Menschen.

Was sich ändert, ist die Verteilung der Zeit. In der Salesforce-Studie geben Vertriebsbeschäftigte an, nur einen Teil ihrer Arbeitszeit mit Verkaufen zu verbringen (Tabelle 2). KI kann einen Teil der übrigen Arbeit vorbereiten.5

Wie viel Zeit das in Ihrem Team freimacht, zeigt erst eine Messung. Eine pauschale Zusage dazu geben wir nicht.

Wie fangen Sie mit KI im Vertrieb an?

Mit einem einzigen Ablauf, den Sie messen können. Die vier Schritte halten den Start klein und zeigen früh, ob sich der Aufwand lohnt.

  • Einen Ablauf wählen: Die Nachbereitung von Gesprächen eignet sich als Start mit wenig Risiko, weil keine Nachricht ohne Sie das Haus verlässt.
  • Heutige Dauer festhalten: Notieren Sie, wie lange Recherche je Firma oder Nachbereitung je Termin heute dauert. Ohne Ausgangswert sehen Sie später keinen Unterschied.
  • Freigabe und Datenzugang klären: Legen Sie fest, wer freigibt, welche Daten das System sehen darf und welcher Zugang einen Auftragsverarbeitungsvertrag hat.
  • Nach 100 Fällen auswerten: Vergleichen Sie Quote, Zeit und Rückmeldungen. Danach entscheiden Sie, ob der Schritt mehr Selbstständigkeit bekommt.

Wie setzen wir bei AK KI im Vertrieb ein?

Am Anfang steht bei uns kein Werkzeug. Zuerst prüfen wir Angebot, Zielgruppe, Markt und Ihre Leistungskapazität. Daraus entsteht ein Akquiseansatz, der passende Firmen über geeignete Kanäle persönlich und mit echtem Anlass erreicht.

Alle Reaktionen fließen in ein gemeinsames Kontaktgedächtnis. Zeigen die vereinbarten Relevanzsignale genug Kontaktreife, erhält Ihr Vertrieb eine Aufgabe mit Verlauf, Kontext und passendem Gesprächseinstieg. Telefonische Nachverfolgung setzen wir nur ergänzend ein, wenn ein konkreter Anlass besteht.

Unser Ziel sind mehr qualifizierte Gespräche mit weniger manueller Vorarbeit. Kampagnen starten erst nach Ihrer finalen Freigabe. Das Umsatzbringer-Profil hilft Ihnen, den heutigen Weg vom Kontakt bis zum Abschluss einzuordnen.

Siehe auch

Wie wir Kontaktpunkte, Signale und Übergaben verbindenUmsatzbringer-Profil starten

Quellen und Stand

Stand: 4. Oktober 2026. Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung zum Einsatz von KI im Vertrieb von Unternehmen in Deutschland und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Herstellerangaben sind Beispiele, keine Empfehlung. Preise und Funktionen ändern sich häufig.

  1. 1
    Destatis: Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz (neuer Tab)

    Berichtsjahr 2025, Unternehmen ab 10 Beschäftigten nach dem EU-Unternehmensbegriff: 26 % insgesamt, 23 % bei 10 bis 49, 36 % bei 50 bis 249 und 57 % ab 250 Beschäftigten. Stand der Tabelle 24.11.2025, abgerufen am 04.10.2026.

  2. 2
    Destatis: Jedes fünfte Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz (neuer Tab)

    Pressemitteilung Nr. 444 vom 25.11.2024: 20 % der rechtlichen Einheiten ab 10 Beschäftigten nutzten 2024 KI (2023: 12 %). Unternehmen mit KI setzen sie vorrangig für Marketing oder Vertrieb ein (33 %). Abgerufen am 04.10.2026.

  3. 3
    Eurostat News: KI-Nutzung in Unternehmen der EU 2025 (neuer Tab)

    Meldung vom 11.12.2025: 20,0 % der Unternehmen in der EU mit 10 und mehr Beschäftigten nutzten 2025 KI-Technologien (2024: 13,5 %). Abgerufen am 04.10.2026.

  4. 4
    Bitkom: Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI (neuer Tab)

    Presseinformation vom 14.09.2026: 57 % der Unternehmen nutzen KI (2025: 36 %). Telefonische Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland durch Bitkom Research, KW 28 bis KW 33 2026. Abgerufen am 04.10.2026.

  5. 5
    Salesforce: State of Sales Report 2026 (neuer Tab)

    Meldung vom 03.02.2026: Vertriebsbeschäftigte verbringen im Schnitt 40 % ihrer Zeit mit Verkaufen. Herstellerstudie, anonyme Befragung von 4.050 Vertriebsbeschäftigten in 22 Ländern, darunter Deutschland, August bis September 2025. Abgerufen am 04.10.2026.

  6. 6
    LinkedIn: Sales Navigator (neuer Tab)

    Herstellerangabe: Account IQ liefert KI-gestützte Einblicke zu Zielunternehmen, Message Assist hilft beim Formulieren persönlicher Nachrichten. Abgerufen am 04.10.2026.

  7. 7
    LinkedIn-Hilfe: Account IQ in Sales Navigator (neuer Tab)

    Account IQ ist in allen Sales-Navigator-Abos enthalten (Core, Advanced, Advanced Plus). Administratoren können die Funktion für alle Nutzer ein- oder ausschalten. Abgerufen am 04.10.2026.

  8. 8
    HubSpot: KI-Funktionen mit Breeze (neuer Tab)

    Herstellerangabe: Der Breeze-Assistent erstellt Inhalte auf Basis von CRM-Daten. Der Prospecting Agent überwacht Kaufsignale und startet automatisch personalisierte Kontaktaufnahmen. Abgerufen am 04.10.2026.

  9. 9
    Salesforce: Agentforce (neuer Tab)

    Herstellerangabe: Der Agent für Sales Development interagiert mit Interessenten, beantwortet Fragen, entkräftet Einwände und übernimmt die Terminplanung. Abgerufen am 04.10.2026.

  10. 10
    Pipedrive: KI-Vertriebsassistent (neuer Tab)

    Herstellerangabe: KI-E-Mail-Ersteller, Zusammenfassung von E-Mail-Verläufen und Prognose der Gewinnwahrscheinlichkeit mit Empfehlung der nächsten Schritte. Abgerufen am 04.10.2026.

  11. 11
    ChatGPT: Preise (neuer Tab)

    Business, für Deutschland angezeigt: 21 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher, 26 € bei monatlicher Zahlung, ab zwei Nutzern. Preise je nach Standort, ohne Angabe zur Umsatzsteuer. Abgerufen am 03.10.2026.

  12. 12
    Claude: Preise (neuer Tab)

    Team, Standardplatz: 20 US-$ pro Platz und Monat bei jährlicher, 25 US-$ bei monatlicher Zahlung, für Teams von 2 bis 150 Personen. Abgerufen am 04.10.2026.

  13. 13
    § 7 UWG: Unzumutbare Belästigungen (neuer Tab)

    Absatz 2 Nummer 1: Werbeanrufe bei sonstigen Marktteilnehmern mit zumindest mutmaßlicher Einwilligung. Nummer 2: Werbung mit elektronischer Post nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung. Absatz 3: Bestandskundenausnahme. Abgerufen am 04.10.2026.

  14. 14
    DSGVO: Artikel 14, 22 und 28 (neuer Tab)

    Informationspflicht bei Daten aus anderen Quellen einschließlich der Quelle, automatisierte Entscheidungen im Einzelfall, Auftragsverarbeitung. Wortlaut abgerufen am 04.10.2026.

  15. 15
    EU AI Act: Verordnung (EU) 2024/1689 (neuer Tab)

    Art. 50 Abs. 1: Anbieter gestalten KI-Systeme für die direkte Interaktion so, dass Menschen davon erfahren, außer es ist offensichtlich. Abs. 4: Offenlegung bei Deepfakes und bei KI-Text für die Öffentlichkeit, entfällt bei menschlicher Prüfung mit redaktioneller Verantwortung. Abs. 5: spätestens bei der ersten Interaktion. Gilt seit 02.08.2026.

  16. 16
    Digital Omnibus zur KI: Verordnung (EU) 2026/1744 (neuer Tab)

    Veröffentlicht am 24.07.2026, in Kraft seit 27.07.2026. Neuer Art. 4: Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz. Art. 50 Abs. 1 und 4 gelten unverändert seit 02.08.2026, Übergang für Abs. 2 bis 02.12.2026 bei Systemen, die vor dem 02.08.2026 in Verkehr gebracht wurden.

  17. 17
    § 201 StGB: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (neuer Tab)

    Absatz 1: Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe für das unbefugte Aufnehmen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes eines anderen. Abgerufen am 04.10.2026.