Ideal Customer Profile erstellen: Vorlage für B2B (2026)
Ein Ideal Customer Profile (ICP), auf Deutsch Zielkundenprofil, beschreibt die Unternehmen, die am besten zu Ihrem Angebot passen. Es legt Branche, Größe, Region, typische Anlässe und Ausschlusskriterien fest. Sie leiten es aus Ihren besten Bestandskunden ab. Danach sprechen Vertrieb und Marketing dieselben Firmen an. Eine Vorlage mit fiktivem Beispiel steht in Kapitel 10.12
Inhalt14 Kapitel
„Ich würde ein Zielkundenprofil bei den Kunden beginnen, mit denen die Zusammenarbeit wirtschaftlich gut läuft und die der Betrieb gut bedienen kann. Daraus lassen sich Merkmale und typische Anlässe ableiten. Erst wenn klar ist, wer wirklich passt, lohnt die Frage nach Kanälen und Nachrichten.“
Benjamin Wünsche, CEO & SystemarchitektAus der PraxisWas ist ein Ideal Customer Profile?
Ein Ideal Customer Profile beschreibt den Typ Unternehmen, für den Ihr Angebot am meisten bewirkt und der für Sie wirtschaftlich trägt. Salesforce spricht vom Unternehmenstyp, der ideal zum Angebot passt. HubSpot nennt es eine datenbasierte Beschreibung der Kunden, die am wahrscheinlichsten kaufen und lange bleiben.12
Wir sprechen auf Deutsch vom Zielkundenprofil, in Fachartikeln steht oft die Abkürzung ICP. Gemeint ist immer die Ebene des Unternehmens. Wer dort einkauft, mitredet und unterschreibt, gehört in eine Buyer Persona.
Am Ende steht eine kurze Liste von Merkmalen, die sich an einer echten Firma nachsehen lassen. Das gelingt auf der Website, im Handelsregister oder im ersten Gespräch. Beschreibungen wie „moderne Mittelständler mit Wachstumswillen“ gehören nicht hinein, weil sie niemand nachprüfen kann.
Was unterscheidet Zielkundenprofil und Buyer Persona?
Das Zielkundenprofil beantwortet, welche Firmen sich lohnen. Die Buyer Persona beschreibt die Menschen in diesen Firmen mit ihrer Rolle, ihren Zielen und ihren Einwänden. Salesforce nennt die Persona eine halbfiktive Darstellung eines idealen Käufers auf Basis von Recherche und Daten.1
Daraus ergibt sich die Reihenfolge. Erst legen Sie fest, welche Unternehmen passen, dann beschreiben Sie die Personen darin. HubSpot fasst es so zusammen: Das Profil filtert vor, die Persona hilft bei der persönlichen Ansprache.3
Tabelle seitlich scrollen
| Merkmal | Zielkundenprofil | Buyer Persona |
|---|---|---|
| Beschreibt | Ein Unternehmen | Eine Person im Unternehmen |
| Leitfrage | Welche Firma passt zu unserem Angebot? | Wer entscheidet dort, und wie? |
| Merkmale | Branche, Größe, Region, Ausgangslage, Anlass | Rolle, Ziele, Einwände, bevorzugte Informationswege |
| Nutzung | Auswahl und Reihenfolge der Firmen | Ansprache, Inhalte und Gesprächsvorbereitung |
| Anzahl | Eines je Angebot oder Markt | Mehrere je Zielkunde |
Wozu braucht ein Mittelständler ein Zielkundenprofil?
Ohne Profil entscheidet jeder Verkäufer selbst, wen er anruft oder anschreibt. Das Marketing wirbt um eine andere Gruppe, und die Messe bringt eine dritte. Am Ende sind viele Gespräche geführt, aber nur wenige passen.
Ein schriftliches Zielkundenprofil schafft eine gemeinsame Auswahl. Im Mittelstand ist Vertriebszeit knapp, oft verkauft die Geschäftsführung selbst mit. Das Profil sorgt dafür, dass diese Zeit bei Firmen landet, für die Ihr Angebot gemacht ist.
- Gemeinsame Auswahl: Vertrieb und Marketing sprechen dieselben Firmen an.
- Vertriebszeit: Gespräche entstehen dort, wo Ihr Angebot wirklich hilft.
- Recherche und CRM: Das Profil liefert die Filter, nach denen gesucht und sortiert wird.
- Ansprache: Wer die Ausgangslage einer Firma kennt, schreibt eine konkretere erste Nachricht.
- Kapazität: Das Profil hält fest, welche Aufträge Ihr Betrieb gut leisten kann.
Welche Merkmale gehören in ein Zielkundenprofil?
Hinein gehören nur Merkmale, die sich an einer echten Firma nachsehen lassen. Sinnvoll sind fünf Gruppen: Firmendaten wie Branche und Größe, die Ausgangslage, ein Anlass, der Entscheidungsweg und klare Ausschlüsse. Zu jedem Merkmal notieren Sie, woher die Angabe kommt.
Für die Branche lohnt eine gemeinsame Sprache. Die amtliche Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2025 gilt seit Januar 2025 und beruht auf der europäischen NACE. Bis zur vollständigen Umstellung gelten WZ 2008 und WZ 2025 parallel, achten Sie bei gekauften oder geteilten Listen deshalb auf die Fassung.4
Viele Angaben bekommen Sie kostenfrei. Registerauszüge und gespeicherte Dokumente aus dem Handelsregister lassen sich seit August 2022 ohne Gebühr abrufen. Im Unternehmensregister ist die Recherche kostenlos, hinterlegte Jahresabschlüsse kosten eine geringe Gebühr.56
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| Merkmal | Leitfrage | Woher die Angabe kommt |
|---|---|---|
| Branche | In welchem Wirtschaftszweig arbeitet die Firma, und was stellt sie her? | Website, Leistungsbeschreibung, Einordnung nach WZ 2025 |
| Größe | Wie viele Beschäftigte, welcher Umsatz, welche Bilanzsumme? | Website, Stellenanzeigen, Jahresabschluss im Unternehmensregister |
| Region | Liegt die Firma in Ihrem Liefer- oder Servicegebiet? | Impressum, Sitz laut Handelsregister, Standorte auf der Website |
| Rechtsform | GmbH, AG, KG oder Einzelunternehmen? | Handelsregister, Firmenname |
| Ausgangslage | Welche Aufgabe soll Ihr Angebot dort lösen? | Website, Fachbeiträge, Gespräche mit Bestandskunden |
| Anlass | Was macht das Thema gerade jetzt dringend? | Stellenanzeigen, Pressemitteilungen, neue Einträge im Handelsregister |
| Systeme | Welche Software oder Arbeitsweise ist im Einsatz? | Stellenanzeigen, Website, Gespräch |
| Entscheidung | Wer entscheidet, wer redet mit? | Website, LinkedIn, Gespräch |
| Ausschluss | Was spricht klar gegen eine Zusammenarbeit? | Verlorene Aufträge, Erfahrung des Vertriebs |
Welche Größenklassen helfen bei der Einordnung?
Für die Größe gibt es zwei verbreitete Maßstäbe. Die Empfehlung der EU-Kommission zur Definition von KMU unterscheidet Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen. § 267 HGB teilt Kapitalgesellschaften wie die GmbH in kleine, mittelgroße und große ein.79
Beide zählen etwas anders. Die EU verlangt, dass die Zahl der Beschäftigten unter der Grenze bleibt und zusätzlich der Umsatz oder die Bilanzsumme. Nach dem HGB genügt es, wenn zwei von drei Werten nicht überschritten sind, und zwar an zwei Abschlussstichtagen in Folge.79
Für die Recherche hat das HGB eine praktische Folge. Kleine Kapitalgesellschaften legen nur Bilanz und Anhang offen, ohne Gewinn- und Verlustrechnung. Den Umsatz einer kleinen GmbH finden Sie deshalb meist nicht, die Bilanzsumme schon.10
Größe allein trennt noch keine passenden Firmen. Zwei Betriebe gleicher Größe können völlig verschieden arbeiten. Nutzen Sie die Größenklasse als Rahmen und schärfen Sie mit Ausgangslage und Anlass nach.
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| Klasse | Beschäftigte | Umsatz | Bilanzsumme |
|---|---|---|---|
| Kleinst (EU) | unter 10 | bis 2 Mio. € | bis 2 Mio. € |
| Klein (EU) | unter 50 | bis 10 Mio. € | bis 10 Mio. € |
| Mittel (EU) | unter 250 | bis 50 Mio. € | bis 43 Mio. € |
| Klein (HGB) | bis 50 im Jahresdurchschnitt | bis 15 Mio. € | bis 7,5 Mio. € |
| Mittelgroß (HGB) | bis 250 im Jahresdurchschnitt | bis 50 Mio. € | bis 25 Mio. € |
Wie leiten Sie das Profil aus Ihren besten Kunden ab?
Beginnen Sie mit den Kunden, die Sie schon haben. Salesforce rät, zuerst die besten Bestandskunden zu analysieren, weil sie bereits Umsatz bringen und eher weiterempfehlen. HubSpot empfiehlt, die stärksten Kunden auszuwerten und mit einigen von ihnen direkt zu sprechen.12
Ordnen Sie jeden Kunden nach vier Punkten ein: Deckungsbeitrag, Aufwand, Zusammenarbeit und Weiterempfehlung. Der Deckungsbeitrag ist das, was nach den direkten Kosten übrig bleibt. Umsatz allein täuscht, denn ein großer Kunde mit vielen Sonderwünschen bringt oft weniger ein als ein kleiner, bei dem alles rund läuft.
Holen Sie den Vertrieb früh dazu. Salesforce nennt fehlende Rückmeldung aus Vertrieb und Kundenbetreuung als typischen Fehler, ebenso Annahmen ohne Daten. Wer täglich mit den Kunden spricht, weiß, wo es hakt, auch wenn die Zahlen gut aussehen.1
Im fiktiven Beispiel unten passen die Kunden A, B und E am besten. Alle drei fertigen selbst, und alle drei haben ihre Wartung vorher auf Papier oder in Tabellen geplant. Solche Gemeinsamkeiten werden zu Merkmalen des Profils.
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| Kunde | Deckungsbeitrag | Aufwand | Zusammenarbeit | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Kunde A | hoch | niedrig | reibungslos | ja |
| Kunde B | hoch | mittel | gut | ja |
| Kunde C | mittel | hoch | schwierig | nein |
| Kunde D | niedrig | hoch | mittel | nein |
| Kunde E | mittel | niedrig | gut | ja |
Wie erstellen Sie ein Zielkundenprofil in sechs Schritten?
Die sechs Schritte bauen aufeinander auf. Bei jedem bereitet ein System die Daten vor, die Entscheidung trifft ein Mensch. So bleibt das Profil nachvollziehbar und ist trotzdem in wenigen Arbeitssitzungen fertig.
Bestandskunden auswerten
- Das System bereitet vor
- Führt Umsatz, Auftragszahl und Aufwand je Kunde aus Buchhaltung und CRM zusammen.
- Der Mensch entscheidet
- Bewertet Zusammenarbeit und Weiterempfehlung, die keine Zahl abbildet.
Gemeinsamkeiten finden
- Das System bereitet vor
- Stellt Branche, Größe und Region der besten Kunden gegenüber und markiert Häufungen.
- Der Mensch entscheidet
- Entscheidet, welche Häufung echte Passung zeigt und welche Zufall ist.
Merkmale festlegen
- Das System bereitet vor
- Schlägt Merkmale vor, die sich nachsehen lassen, jeweils mit möglicher Datenquelle.
- Der Mensch entscheidet
- Legt Muss-Merkmale und Kann-Merkmale fest.
Ausschluss bestimmen
- Das System bereitet vor
- Listet verlorene oder sehr aufwendige Aufträge mit ihren Merkmalen auf.
- Der Mensch entscheidet
- Bestimmt, wen der Vertrieb bewusst nicht anspricht.
Stichprobe testen
- Das System bereitet vor
- Sucht Firmen, die das Profil erfüllen, und ordnet sie nach Punkten.
- Der Mensch entscheidet
- Sieht eine Stichprobe von Hand an und schärft die Merkmale nach.
Im Alltag verankern
- Das System bereitet vor
- Legt die Merkmale als Felder im CRM an und belegt sie bei neuen Firmen vor.
- Der Mensch entscheidet
- Vertrieb und Marketing vereinbaren, das Profil bei jeder Auswahl zu nutzen.
Wer passt nicht zu Ihrem Angebot?
Ein gutes Zielkundenprofil sagt auch, wen Sie bewusst nicht ansprechen. Dieses Negativprofil spart Vertriebszeit, weil unpassende Firmen gar nicht erst auf der Liste landen. Leiten Sie es aus verlorenen oder sehr aufwendigen Aufträgen ab.
Ein Ausschlusskriterium wiegt schwerer als jede gute Punktzahl. Passt eine Firma sonst perfekt, hat aber gerade eine vergleichbare Lösung eingeführt, bleibt sie vorerst draußen. Typische Gründe sind diese fünf:
- Zu klein: Der Aufwand für Angebot und Einführung übersteigt, was der Auftrag einbringt.
- Sonderanforderungen: Die Firma braucht Funktionen oder Nachweise, die Ihr Angebot nicht abdeckt.
- Kein Entscheidungsweg: Niemand vor Ort kann über das Budget entscheiden, etwa wegen einer Konzernvorgabe.
- Reiner Preisvergleich: Die Anfrage zielt nur auf den niedrigsten Preis, das Ergebnis spielt keine Rolle.
- Frischer Wechsel: Die Firma hat gerade eine vergleichbare Lösung eingeführt.
Welche Anlässe zeigen, dass ein Zielkunde gerade Bedarf hat?
Ein Zielkunde passt dauerhaft, braucht Ihr Angebot aber nicht in jedem Monat. Erst ein Anlass macht das Thema dringend. Wir sprechen von Relevanzsignalen, also Ereignissen, die zeigen, dass die Aufgabe gerade auf dem Tisch liegt.
Die folgenden Anlässe lassen sich meist öffentlich erkennen. Ein Anlass ist aber noch keine Erlaubnis für einen bestimmten Kontaktweg. Wann er eine Ansprache per Brief, Telefon, E-Mail oder LinkedIn trägt, erklärt unser Beitrag zur Kaltakquise.
- Wachstum: Mehrere neue Stellen in Fertigung, Vertrieb oder Verwaltung.
- Gesuchte Rolle: Eine Stellenanzeige sucht genau die Aufgabe, die Ihr Angebot entlastet.
- Neuer Standort: Eine neue Halle, ein Umzug oder ein zweites Werk.
- Neue Geschäftsführung: Im Registerauszug sichtbar und ein natürlicher Zeitpunkt für neue Themen.
- Systemwechsel: Eine neue Software wird eingeführt oder eine alte abgelöst.
Siehe auch
Wann ein Anlass eine Ansprache trägtWie sieht ein ausgefülltes Zielkundenprofil aus?
Die Vorlage hat elf Felder mit je einer Leitfrage. Übertragen Sie die Leitfragen in ein Dokument und beantworten Sie sie für Ihr eigenes Angebot, am besten gemeinsam mit Vertrieb und Marketing. Eine Seite reicht, mehr Text macht das Profil selten besser.
Das Beispiel ist fiktiv: ein Anbieter für Wartungsplanung, der Metall- und Maschinenbaubetriebe mit eigener Fertigung beliefert. Es zeigt, wie konkret die Antworten sein sollten.
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| Feld | Leitfrage | Fiktives Beispiel |
|---|---|---|
| Angebot | Was verkaufen Sie, und was hat der Kunde danach? | Software zur Wartungsplanung mit Einführung. Wartung läuft danach nach Plan statt auf Zuruf |
| Branche | In welchen Wirtschaftszweigen arbeiten Ihre besten Kunden? | Metallbearbeitung und Maschinenbau mit eigener Fertigung |
| Größe | Ab welcher Größe lohnt sich der Aufwand, bis zu welcher passt das Angebot? | 20 bis 100 Beschäftigte |
| Region | Wo können Sie liefern, einführen und betreuen? | Deutschland, Einführung vor Ort in Süddeutschland |
| Ausgangslage | Welche Aufgabe ist heute ungelöst? | Wartung wird in Tabellen oder auf Papier geplant, Ausfälle kommen überraschend |
| Anlass | Was macht das Thema gerade jetzt dringend? | Neue Halle, neue Anlagen oder ein anstehendes Audit |
| Systeme | Woran muss Ihr Angebot anschließen? | ERP-System vorhanden, Wartungsplanung läuft außerhalb davon |
| Entscheider | Wer gibt das Budget frei? | Geschäftsführung oder technische Leitung |
| Mitprüfer | Wer redet mit, bevor entschieden wird? | Leitung der Instandhaltung, IT, Einkauf |
| Ausschluss | Wann sagen Sie bewusst ab? | Unter 20 Beschäftigten, Konzernvorgabe für eine andere Software, reine Preisanfrage |
| Nachweis | Woran erkennt der Vertrieb die Passung im ersten Gespräch? | Mindestens zehn wartungspflichtige Anlagen und eine Person, die für die Instandhaltung verantwortlich ist |
Wie gewichten Sie die Merkmale?
Nicht jedes Merkmal zählt gleich viel. Trennen Sie zuerst Muss-Merkmale von Kann-Merkmalen. Muss-Merkmale entscheiden, ob eine Firma überhaupt in die Auswahl kommt, im Beispiel ist das die eigene Fertigung.
Die Kann-Merkmale bekommen Punkte, zusammen hundert. Aus der Summe ergeben sich drei Gruppen, die der Vertrieb nacheinander bearbeitet. Teilweise erfüllte Merkmale können Sie mit halben Punkten bewerten.
Die Gewichtung in der Tabelle ist ein fiktives Beispiel. Ihre eigenen Werte ergeben sich aus der Auswertung Ihrer Bestandskunden.
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| Merkmal | Punkte | Erläuterung |
|---|---|---|
| Branche | 30 | Metallbearbeitung oder Maschinenbau |
| Anlass | 25 | Neue Halle, neue Anlagen oder ein Audit in Sicht |
| Größe | 20 | 20 bis 100 Beschäftigte |
| Region | 15 | Einführung vor Ort möglich |
| Systeme | 10 | Wartung läuft außerhalb des ERP-Systems |
| Summe | 100 | Alle Kann-Merkmale erfüllt |
| Gruppe A | ab 70 | Diese Firmen spricht der Vertrieb zuerst an |
| Gruppe B | 50 bis 69 | Ansprechen, sobald ein Anlass dazukommt |
| Gruppe C | unter 50 | Vorerst nicht aktiv ansprechen |
Wie nutzen Sie das Zielkundenprofil im Alltag?
Ein Profil, das in einer Präsentation liegt, ändert nichts. Wirksam wird es erst in den Werkzeugen, mit denen Ihr Team täglich arbeitet. Die Tabelle zeigt sechs Stellen.
Am meisten bringt das CRM. Legen Sie die Merkmale als Felder an und ordnen Sie jede neue Firma beim Anlegen einer Gruppe zu. Dann sieht der Vertrieb auf einen Blick, wen er zuerst anrufen oder anschreiben sollte.
Sobald Sie Namen und Kontaktdaten von Ansprechpartnern aus öffentlichen Quellen speichern, kommen Datenschutzpflichten hinzu. Art. 14 DSGVO regelt, wie Sie die Betroffenen dann informieren. Was das in der Praxis heißt, erklärt unser Beitrag zur Kaltakquise.11
| Bereich | So nutzen Sie es |
|---|---|
| CRM | Merkmale als Felder anlegen, jede neue Firma einer Gruppe zuordnen, nach Gruppen filtern |
| Recherche | Ein System sucht Firmen nach den Merkmalen und ordnet sie nach Punkten, ein Mensch sieht Stichproben an |
| Branche, Region und Funktion aus dem Profil als Suchkriterien für Entscheider nutzen | |
| Inhalte | Themen für Beiträge aus Ausgangslage und typischen Anlässen ableiten |
| Werbung | Anzeigen nach Branche, Unternehmen und Funktion ausrichten, erst wenn der Grundweg funktioniert |
| Angebot | Referenzen aus derselben Branche und Größe zeigen |
Quellen zur Tabelle12
Wann sollten Sie das Zielkundenprofil anpassen?
Ein Zielkundenprofil gilt nicht für immer. Passen Sie es an, wenn Sie ein neues Angebot einführen, wenn sich Ihre Kapazität ändert oder wenn verlorene Aufträge ein Muster zeigen.
HubSpot empfiehlt, das Profil mindestens vierteljährlich zu überprüfen. Unser Vorschlag für den Mittelstand: einen festen Termin im Jahr und zusätzlich einen Blick nach jeder größeren Änderung. Legen Sie dafür die gewonnenen und verlorenen Aufträge des letzten Jahres nebeneinander.2
Achten Sie dabei auf Abweichungen. Gewinnen Sie viele Aufträge außerhalb des Profils, ist es vielleicht zu eng gefasst. Verlieren Sie viele Aufträge innerhalb, stimmt womöglich ein Merkmal nicht.
Wie entsteht ein Zielkundenprofil bei AK?
Bei AK steht das Zielkundenprofil vor jedem Akquiseansatz. Zuerst prüfen wir Angebot, Zielgruppe, Markt und Ihre Kapazität für neue Aufträge. Erst danach wählen wir Kanäle und Kontaktpunkte aus.
Das Profil legt auch fest, welche Relevanzsignale zählen. Zeigen sie eine ausreichende Kontaktreife, erhält Ihr Vertrieb eine konkrete Aufgabe mit Verlauf, Kontext und einem passenden Gesprächseinstieg.
Bei Firmenkunden vereinbaren wir vertraglich eine konkrete Zahl gebuchter qualifizierter Erstgespräche. Qualifiziert heißt: Die Firma entspricht dem vereinbarten Zielkundenprofil. Wird die Zahl unter den vereinbarten Voraussetzungen nicht erreicht, fällt bis zur Erfüllung keine weitere Zahlung an. Teilnahme, Abschlüsse und Umsatz sind nicht Teil dieser Zusage.
Quellen und Stand
Stand: 4. Oktober 2026. Alle Beispiele in diesem Beitrag sind fiktiv. Angaben zu Größenklassen, Registern und Datenschutz dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall. Salesforce und HubSpot sind als Quellen für Begriffe genannt, nicht als Empfehlung.
- 1Salesforce: Ideal Customer Profiles (ICPs), Benefits and How to Create (neuer Tab)
Das ICP beschreibt den Unternehmenstyp, der ideal zum Angebot passt, die Buyer Persona eine halbfiktive Darstellung eines idealen Käufers. Rät, mit den besten Bestandskunden zu beginnen. Nennt als Fehler unter anderem Annahmen ohne Daten und fehlende Rückmeldung aus den Teams. Stand 14.05.2026, Englisch, abgerufen am 04.10.2026.
- 2HubSpot: Ideal Customer Profile (ICP), Definition und FAQ (neuer Tab)
Datenbasierte Beschreibung des Unternehmens- oder Kundentyps, der am wahrscheinlichsten kauft und dauerhaft nutzt. Fünf Schritte von der Analyse der stärksten Kunden über Interviews bis zur mindestens vierteljährlichen Überprüfung. Ohne Datum, abgerufen am 04.10.2026.
- 3HubSpot Blog: Ideal customer profiles and buyer personas, how are they different? (neuer Tab)
Das ICP legt fest, welche Firmen sich lohnen, die Persona beschreibt einzelne Entscheider in diesen Firmen. Das ICP dient als Vorfilter, die Persona als Leitfaden für die persönliche Ansprache. Aktualisiert am 19.09.2025, Englisch, abgerufen am 04.10.2026.
- 4Destatis: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2025 (WZ 2025) (neuer Tab)
Zum 01.01.2025 eingeführt, beruht auf der NACE Rev. 2.1 (Delegierte Verordnung (EU) 2023/137). Stufenweise Einführung, bis zur vollständigen Ablösung gelten WZ 2008 und WZ 2025 parallel. Abgerufen am 04.10.2026.
- 5BMJV: Handelsregister (neuer Tab)
Registerauszüge und gespeicherte Dokumente wie Satzungen und Gesellschaftsverträge sind seit 01.08.2022 über handelsregister.de und das Unternehmensregister kostenfrei abrufbar. Veröffentlicht am 10.03.2023, abgerufen am 04.10.2026.
- 6Unternehmensregister: Kosten (neuer Tab)
Registrierung, Recherche und Einsicht in Veröffentlichungen kostenlos. Hinterlegte Jahresabschlussunterlagen 1,00 € zuzüglich Umsatzsteuer, Beglaubigungen 0,50 € je angefangene Seite, mindestens 5,00 € zuzüglich Umsatzsteuer. Abgerufen am 04.10.2026.
- 7Empfehlung 2003/361/EG der Kommission: Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (neuer Tab)
Anhang Artikel 2: Schwellenwerte nach Beschäftigten sowie Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme. Empfehlung vom 06.05.2003, rechtlich nicht verbindlich. Abgerufen am 04.10.2026.
- 8Europäische Kommission: SME definition (neuer Tab)
Nennt dieselben Schwellenwerte als geltende KMU-Definition auf Grundlage der Empfehlung 2003/361. Englisch, abgerufen am 04.10.2026.
- 9§ 267 HGB: Umschreibung der Größenklassen (neuer Tab)
Kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften nach Bilanzsumme, Umsatzerlösen und Arbeitnehmern im Jahresdurchschnitt. Mindestens zwei von drei Merkmalen dürfen nicht überschritten sein, Rechtsfolgen erst an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen. Abgerufen am 04.10.2026.
- 10§ 326 HGB: Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften und Kleinstkapitalgesellschaften bei der Offenlegung (neuer Tab)
Kleine Kapitalgesellschaften legen nur Bilanz und Anhang ohne Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung offen, Kleinstkapitalgesellschaften nur die Bilanz, auf Wunsch per Hinterlegung. Abgerufen am 04.10.2026.
- 11DSGVO: Artikel 14 (neuer Tab)
Informationspflicht, wenn personenbezogene Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben wurden, mit Fristen in Absatz 3 und Ausnahmen in Absatz 5. Abgerufen am 04.10.2026.
- 12LinkedIn Ads: Zielgruppen auswählen (neuer Tab)
Ausrichtung von Anzeigen nach beruflichen Merkmalen wie Berufsbezeichnung, Unternehmen, Branche und Karrierestufe. Ohne Datum, abgerufen am 04.10.2026.